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ISO 261 / 724 / 965

Gewinde — Größen, Steigung & Konstruktionsregeln

Schnellreferenz für metrische ISO-Gewinde: Standardgrößen, Steigung, Kernloch- und Durchgangsdurchmesser sowie Faustregeln für minimale Einschraubtiefe und Materialstärke um Gewindebohrungen.

Was zu beachten ist

Minimale Einschraubtiefe

Als Faustregel sollte die Einschraubtiefe mindestens 1 × D in Stahl, 1,5 × D in Aluminium und 2 × D in Magnesium oder Kunststoff betragen, wobei D der Nenndurchmesser ist.

Mindestwand / Auge

Lassen Sie mindestens 1 × D Material rund um eine Gewindebohrung (Augendurchmesser ≥ 2 × D, Randabstand ≥ 1,5 × D). Dünner besteht das Risiko von Ausbrüchen und Gewindeausriss unter Last.

Mindestmaterial unter Sackloch

Lassen Sie mindestens 0,5 × D ungeschnittenes Material unter einem Sackloch und bohren Sie 2–3 Steigungen tiefer als die Gewindetiefe, damit der Gewindebohrer volle Gänge schneiden kann.

Grob- vs. Feingewinde

Verwenden Sie Grobgewinde als Standard — toleranter gegen Beschädigung, schneller zu montieren, besser in weichen Werkstoffen. Feingewinde für dünne Wände, hohe Vorspannung, Vibrationsbeständigkeit oder Feinjustierung.

Toleranzklasse

ISO 965-Standard ist 6H / 6g (Mutter / Schraube) — entspricht einer allgemeinen Passung. 4H/4h für Präzision, 7H/8g bei Beschichtungen oder Feuerverzinkung.

Gewindeeinsätze in weichen Werkstoffen

In Aluminium, Magnesium oder Kunststoff mit häufiger Demontage — Stahl-Gewindeeinsätze verwenden (Helicoil, Time-Sert, Ensat). Der Einsatz lässt das Auge klein bleiben und liefert Stahl-auf-Stahl-Festigkeit.

Standardgrößen (Regelgewinde)

Steigung und Kernloch nach ISO 261 / 724. Durchgangsloch ist die mittlere Reihe nach ISO 273. Mindesteinschraubtiefe ist eine praktische Faustregel für Schrauben der Klasse 8.8.

GrößeSteigung (mm)Kernloch ⌀ (mm)Durchgangsloch ⌀ (mm)Min. Einschraubung — StahlMin. Einschraubung — Alu
M30.52.53.43 mm5 mm
M40.73.34.54 mm6 mm
M50.84.25.55 mm8 mm
M61.05.06.66 mm9 mm
M81.256.89.08 mm12 mm
M101.58.511.010 mm15 mm
M121.7510.213.512 mm18 mm
M142.012.015.514 mm21 mm
M162.014.017.516 mm24 mm
M202.517.522.020 mm30 mm
M243.021.026.024 mm36 mm
M303.526.533.030 mm45 mm

Übliche Feingewinde

Feingewinde haben eine flachere Helix — höhere Vorspannung bei gleichem Drehmoment, besserer Halt in dünnen Wänden, aber empfindlicher gegen Beschädigung und Verschmutzung.

GrößeRegelsteigungFeinsteigung(en)Typische Anwendung
M81.251.0Vibrationsbelastete Verbindungen, dünne Wände
M101.51.25 / 1.0Hydraulik, Einstellschrauben
M121.751.5 / 1.25Präzisionsverbindungen
M162.01.5Hydraulikverschraubungen
M202.51.5Hohe Vorspannung, Feinjustierung

Häufige Fehler

  • Zu geringe Einschraubtiefe. Eine Schraube, die vor voller Einschraubung aufsitzt, reißt das Gewinde aus, statt die Schraube brechen zu lassen.
  • Gewinde zu nah an der Kante. Mindestens 1,5 × D Randabstand einplanen — sonst beult die Wand aus und das Gewinde verliert Vorspannung.
  • Falscher Bohrdurchmesser. Das Durchgangsloch als Kernloch zu verwenden ist der klassische Fehler — das Gewinde greift nur an den Spitzen und reißt beim ersten Anziehen aus.
  • Grobgewinde in dünnem Blech. Unter ~1,5 × Steigung Blechdicke entsteht kein volles Gewinde — Feingewinde, Mutter, Einnietmutter oder Schweißmutter verwenden.
  • Fase vergessen. Eine 90°-Einführfase (≈ 1 × Steigung tief) verhindert, dass der erste Gang ausrollt, und erleichtert die Montage erheblich.